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La Réunion - ein Schüleraustausch 2022

 

 

Sainte Marie (la Réunion), den 13.03.2022

Wie fühle ich mich nach zwei Monaten Aufenthalt? Was hat sich inzwischen geändert?

Es sind bereits 2 Monate vergangen. Die Zeit verging für mich wie im Flug. Mein Stand heute ist, dass ich sehr traurig bin, wenn ich daran denke, dass ich in einem Monat wieder gehe und alle meine neu gefundenen Freunde höchstwahrscheinlich nie wieder sehen werde. Ich will, um ehrlich zu sein, gar nicht mehr gehen. Hier fühlt sich alles wie mein normales Alltagsleben an. 

Mir persönlich, fällt es leichter als erwartet, was das Heimweh angeht. Natürlich vermisse ich meine Familie und meine Freunde in Deutschland, doch nicht so sehr, dass ich abends im Bett weine und zurück will. Ich denke ab und zu daran, dass es jetzt in dem Moment auch mal schöner wäre wieder zu Hause zu sein. Ich denke jedoch, dass das ganz normal ist.

Ich habe jedoch so viel von diesem Austausch bereits gewonnen: neue sehr enge Freunde, sowohl in Deutschland (also die anderen deutschen Austauschschüler*innen), als auch auf La Réunion, Erfahrungen gesammelt, mein Französisch um einiges verbessert und ich bin selbstständiger und offener geworden.

Mir gefällt es hier so gut, dass ich bereits meinen nächsten Austausch für das kommende Schuljahr plane. Ich würde gerne wieder einen Austausch auf La Réunion machen und alle Leute wiedersehen, jedoch würde ich auch super gerne Neues sehen, eine neue Sprache ausprobieren und in ein anderes Land gehen. Derzeit schwanke ich zwischen Lateinamerika (Spanisch), Australien oder Singapur (Englisch).

Also, ich lege es jedem ans Herz einen Auslandsaufenthalt oder einen Schüleraustausch zu machen, wenn man die Chance/Möglichkeit dazu hat. Ich bin mir sicher, dass man es nicht bereuen wird.

 

Liebe Grüße

Nhi 

 

Sainte Marie (la Réunion), den 12.02.2022

Mein Alltag: Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu meinem gewöhnlichen Alltag 

Im grundlegenden ähneln sich die Wochentage immer, dennoch ist jeder einzelne Tag erlebnisreich für mich, weil ich auch merke, wie sich von Tag zu Tag mein Französisch verbessert. Mittlerweile verstehe ich fast alles und kann mich auch relativ flüssig unterhalten und das schon nach 3 Wochen. Mir fällt es auf La Réunion besonders einfach, mich zu öffnen, da die Menschen hier wirklich sehr freundlich und verständnisvoll sind. Ich glaube, sie haben so viel Verständnis, weil es hier wirklich viele Touristen, bzw. Austauschschüler aus Spanien/Deutschland/China gibt. Wenn ich beispielsweise mit meiner Austauschpartnerin unterwegs bin, merke ich, wie die Menschen super nett sind und dann auch langsamer mit mir reden, damit ich es auch verstehe. 

Nun zu meinem Tagesablauf, jedoch etwas weiter im Detail. Dieser Ablauf variiert natürlich je nach dem, in welche Familie ihr kommt oder wo ihr wohnt, aber ich denke, dass es sich trotzdem sehr ähnelt.  

An den Schultagen verlassen wir meist 6:40Uhr das Haus, weil wir zur Schule gefahren werden und mit dem Auto braucht man circa 15-20min, denn wir wohnen in Sainte-Marie und die Schule ist in der „Hauptstadt“ Saint-Denis. Erwähnenswert ist es vielleicht auch, dass ich hier in die „classe de seconde“ gehe. Das wäre in Deutschland die 10. Klasse, obwohl ich zu Hause die 9.Klasse besuche. Doch das ist üblich, soweit ich weiß, dass man mit seinem Austauschschüler bzw. seiner Austauschschülerin in einer Klassenstufe höher am Unterricht teilnimmt. Weiter im Tagesablauf: Die erste Stunde beginnt immer 7:30Uhr. Bis wann wir Schule haben, ist immer unterschiedlich, denn am Montag haben wir z.B. bis 17:30 Schule und am Mittwoch nur bis 12:30. Dann gibt es auch noch viele Tage, an denen wir eine oder auch mehrere Freistunden haben. Für mich hörte sich das anfangs echt anstrengend an, aber für mich ist es hier um einiges entspannter als Schule in Deutschland, denn ich schreibe keine Arbeiten mit (aber ich dürfte, wenn ich wöllte). Zudem kommen noch immer die Freistunden, wegen dem Deutschunterricht hinzu und das sind echt viele, denn davon haben sie 6Std. pro Woche. Wie bereits in meiner letzten „Post“ erwähnt, verbringe ich die Deutsch-Freistunden mit den anderen deutschen Austauschschüler*innen. Wir entdecken La Réunion etwas besser, gehen essen und gehen ans Meer. Wenn meine Austauschpartnerin auch Freistunden hat, verbringen wir die Zeit entweder an der Schule mit den anderen Schülern oder wir gehen in den 10 Min. entfernten Skatepark. Seitdem ich auf La Réunion bin, habe ich wieder angefangen zu skaten und übe auch mehr an Tricks. Das macht echt richtig Spaß, weil hier fast alle skaten. Was es immer gibt, ist eine große Mittagspause von einer Stunde. In dieser Zeit essen wir immer zusammen. Entweder man isst in der Kantine oder man bestellt sich etwas an den Ständen vor der Schule. Letzteres machen wir meistens, denn das Essen in der Kantine istl nicht besonders lecker. In dieser kurzen Zeit sind mir die Menschen schon sehr ans Herz gewachsen. Nicht nur die deutschen Austauschschüler*innen, auch viele französische Schüler*innen sind schon sehr gute Freund*innen geworden. 

Nach der Schule fahren wir mit dem Bus nach Hause oder wir werden abgeholt. Dann habe ich zu Hause auch viel Zeit für mich oder ich verbringe Zeit mit meiner Austauschpartnerin. Bei uns gibt es dann immer so 19-20Uhr Abendessen. Das unterscheidet sich doch sehr von dem, was ich von zu Hause gewohnt bin. Denn hier beginnt das Essen mit „un apéritif/ un apéro oder "une entrée", also einer Vorspeise. Danach gibt es dann die Hauptspeise. Diese ist immer sehr verschieden in meiner Gastfamilie, aber soweit ich weiß, ist es auf La Réunion sehr üblich verschiedene Reisgerichte "un cari" zu essen. Auf den Hauptgang folgt eine kleine Nachspeise, „un déssert“. Bei uns ist das an manchen Tagen etwas Aufwendigeres, aber an den meisten Tagen gibt es Joghurt, Früchte oder Pudding. 

Am Abend sitzen wir dann noch alle gemeinsam im Wohnzimmer, unterhalten uns und manchmal machen wir auch alle gemeinsam Musik (spielen Gitarre, Mundharmonika, Querflöte,…). Ich glaube auch, dass ich, wenn ich bei der Familie bin, viel mehr lerne (sprachlich) als in der Schule. Durch die Familie durfte ich auch schon die kreolische Kultur näher kennenlernen. Ich wusste nicht, dass es eine eigene Sprache gibt und man diese jedoch nicht wirklich schreiben kann, sondern jeder schreibt so wie man es hört. Die Musik hat die Familie mir auch vorgespielt oder auch das Essen gezeigt. Es wird einem also definitiv nicht langweilig. 

 

Schöne Ferien in Sachsen und Grüße aus La Réunion, Nhi :) 


Sainte Marie (la Réunion), den 21.01.2022

 

Meine ersten Eindrücke: Familie, Schule, Klima,… auf La Réunion

Mittlerweile bin ich seit circa 2 Wochen für einen Schüleraustausch auf LA RÉUNION und mir gefällt es  super gut. Ich hatte eine Woche Ferienzeit, um mich ein wenig besser einzuleben. Nach einigen Tagen habe ich mich richtig wohl gefühlt, weil meine Gastfamilie mich sehr freundlich und mit offenen Armen empfangen hat. Am letzten Montag hatte ich dann meinen ersten Schultag auf der Insel. Ich war zuerst ein wenig geschockt, weil es unglaublich viele Schüler*innen gab. Das liegt jedoch daran, dass es einen großen Schulcampus gibt und dieser zu mehreren Schulen gehört. Nach einer Woche in der Schule bin ich megafroh mich für diesen Austausch entschieden zu haben und kann es jedem empfehlen, der an neuen Erfahrungen und neuen Bekanntschaften interessiert ist. Denn seitdem ich hier bin, habe ich schon sehr viele neue Menschen getroffen und neue Freundschaften geschlossen. An der Schule, auf die ich gehe, gibt es auch noch viele andere deutsche Austauschschüler*innen (in meiner Klassenstufe insgesamt 8). Mit ihnen verbringe ich die Zeit in den Freistunden, weil wenn unsere Austauschpartner*innen Deutschunterricht haben, haben wir Freistunden. In dieser Zeit verlassen wir die Schule, gehen ans Meer und unterhalten uns. Das ist möglich, weil das Meer nicht weit weg von der Schule ist (5 min zu Fuß).Was anfangs ein eher negativer Punkt war, sind die Moustiques/Mücken. Denn davon gibt’s hier genug & sie stechen auch gern mal zu, aber mit der Zeit gewöhne ich mich daran und auch an das Klima hier bin ich mittlerweile komplett gewöhnt. In den ersten Tagen war das Klima echt anstrengend und hat mich immer müde gemacht, weil es sehr heiß und feucht ist. Das ist zum einen anstrengend, aber auch super schön. Von der Natur auf La Réunion konnte ich erst ein wenig sehen. Doch ich bin bereits begeistert von den Bergen und dem Meer vor der Haustür, den Wasserfällen und exotischen Pflanzen. Ich bin wirklich glücklich hier zu sein Lächelnd. Liebe Grüße Nhi (Klasse 9/3)

 


Werdau, den 21.01.2022

 

La Réunion – ein deutsch-französischer Schüleraustausch 2022

"Wie man mit viel Wille, dem nötigen Mut und Unterstützung seine Träume realisieren kann !"

 

Seit dieser Woche befindet sich die Schülerin Nhi Nuguyen (Klasse 9/3) auf der Südhalbkugel im französischen Übersee-Département la Réunion.

Nachdem es in den Jahren vor Corona an unserem Gymnasium regelmäßig einen Gruppenaustausch mit einer Schule auf la Réunion oder alternativ eine Sprachreise nach Paris/Toulouse gegeben hat, sind leider solche Sprachreisen seit 2020 nicht möglich und ein Ende dieser Situation nicht in Sicht.

Nicht zuletzt wegen der zum Winterfest oder im Französischunterricht geteilten Erfahrungsberichte und der tollen Bilder wählten viele Schülerinnen und Schüler Französisch als zweite Fremdsprache. Mit der Vorbereitung aus dem Sprachunterricht, der eigenen notwendigen Neugier und der Unterstützung seitens der Familie wollte nicht wenige Schülerinnen und Schüler diese Form des kulturellen und vorallem sprachlichen Austausches erleben. So auch Nhi, die im vierten Schuljahr die französische Sprache mit Freude und viel Erfolg an unserem Gymnasium lernt.

Als zum Schuljahresbeginn 2021/22 keine Änderung der aktuellen Corona Beschränkungen absehbar wurden, suchte Nhi nach anderen Möglichkeiten, ihren Traum vom deutsch-französischen Schüleraustausch zu realisieren. Von unserem Französischkollegium wurde sie dabei auf das sehr beliebte Brigitte-Sauzay-Programm hingewiesen, was sich in Sachsen an frankophile Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 9/10 richtet. Für den Zeitraum von insgesamt ca. 6 Monaten besuchen sich die Austauschpartner(innen) gegenseitig in ihrem Heimatland und nehmen dort am Schullalltag, aber auch am Familienleben teil. Nach dem Ausfüllen aller Anträge und dem Einhalten der geforderten Aufenthaltsdauer im Ausland (in der Regel 3 Monate, davon mindestens 6 Schulwochen) fördert das Deutsch-Französische-Jugendwerk anteilig die dabei entstehenden Reisekosten unabhängig von Reiseziel und Transportmittel.

Nachdem sich Nhi über eine Annonce auf der Homepage des DFJ eine Austauschschülerin gesucht hatte, nutzte sie die letzten Wochen und Monate schon, sich mit ihrer Austauschschülerin und deren Familie per Mail, Whatsapp und Telefonat bekannt zu machen. Schnell sympathisierten die beiden Mädchen und nahmen sich die eigentlich normale Nervosität vor Reisebeginn. Außerdem wurden die Schuljahreskalender mit den verschiedenen Ferienzeiten und die beiderseiteigen Wünsche zur Reisezeit besprochen. Das Ergebnis ist der derzeitige Aufenthalt von Nhi von Mitte Januar bis Mitte April auf la Réunion und der unmittelbare Gegenbesuch ihrer französischen Austauschpartnerin von Mitte April bis Mitte Juli bei uns in Sachsen.

Nun wünschen wir Nhi erst einmal viele positive Erfahrungen und Erlebnisse bei ihrem Aufenthalt im Indischen Ozean. Nach abwechslungsreicher Anreise mit Wochenendaufenthalt via Paris, dem fast 12stündigen Flug Richtung Südhalbkugel und einer Woche Eingewöhnung in den Familienalltag (da noch Schulferien), beginnt am Montag, dem 24.01.2022 der sicherlich etwas unterschiedliche Schulalltag im Gymnasium von Sainte Marie im Norden der Insel. In den nächsten Wochen wird Nhi uns mit einigen Wortmeldungen an ihren Eindrücken und Erlebnissen teilhaben lassen und vielleicht so auch noch andere Schülerinnen und Schüler an unserem Gymnasium für ein derartiges Abenteuer begeistern.

Wer mehr über Möglichkeiten eines deutsch-französischen Schüleraustausches wissen, aber auch Grüße bzw. Fragen an Nhi loswerden möchte, kontaktiert gern unser Französischlehrerkollegium.

Merci beaucoup et bon courage Nhi! Nous sommes fiers de toi!

Ulf Seidel

Klassenlehrer Kl. 9/3

Französisch-/Sportlehrer

 

Zuletzt aktualisiert am Montag, 14. März 2022 10:57

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